Monatsarchiv: März 2013

„Ein Hauch von Sportpalast!“

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Julius Fischer

Seit dem 13.03.2013 ist das für den gleichen Tag angekündigte Lesebühnen-Crossover „Stubenreim meets Schkeuditzer Kreuz“ (Literatur-) Geschichte. Das von Medien und Machern als „einmaliges explosives Rendezvous“ und „literarische Pyrotechnik vom Feinsten“ beworbene Event war vor allem in der ersten Halbzeit vom starken Willen aller Beteiligten geprägt:

JULIUS FISCHER wollte niemanden wegschicken und bewies seine diesbezügliche Leidensfähigkeit mit der Schilderung von „Gentrimokratie“ in seinem Wohnhaus.

KURT MONDAUGEN wollte sich kurz fassen und tat das auch. Bei seinen beiden Liebesgedichten lag die Würze in der Kürze.

FALKO KÖPP wollte nicht lachen und behauptete, schlecht gelaunt zu sein. Als Begründung führte er den Besuch einer humanistisch und ökologisch korrekten Festveranstaltung an.

HAUKE VON GRIMM wollte nicht unsichtbar bleiben und bewies mit seinen Phantasien darüber, wie es wohl wäre, wenn er nicht mehr wäre entsprechende Präsenz.

FRANZISKA WILHELM wollte über ein Erlebnis berichten, das sich zur Zeit ihrer Zeit in einer Werbeagentur zutrug. Die Kurzgeschichte „Udo, Streß und Tempo“ bot Kurzweil und hielt, was ihre Nominierung für den KulturSPIEGEL-Nachwuchsautorenwettbewerb 2009 versprach.

KORNELIUS FRIZ wollte Abwechslung und slammte sich durch die drei Akte umfassende Vorstellung, ein Theater zu sein – dramatisch überhöhter Abgang inklusive.

ANDRÉ HERRMANN wollte zwar nicht, lag aber in den Nachwehen eines Klassentreffens: Als von zwei Katern geplagter Ich-Erzähler folgte er einem scheinbaren Hilferuf ins nächste Krankenhaus…

Nach soviel geballtem Willen und Wollen entließen die Künstler ihr Publikum in die Pause. Diese war nicht nur von vielfältigem Stimmengewirr, sondern auch von einer latenten Missstimmung geprägt. Ob diese dem Platzmangel, dem Aufeinandertreffen der  Fanlager, der Allianz beider Umstände oder der musikalischen Untermalung zuzuschreiben war, blieb in ebensolchem Halbdunkel wie der Aufführraum.

Der zweite Teil der Veranstaltung startete mit der Vorstellung des bereits in der Tagespresse erwähnten Literaturautomaten. Nach dem Motto „Kultur statt Kippe“ trägt das originelle Gerät von Zakk und Art Connection nun auch in Leipzig zur Verbreitung schöner Worte bei.

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Panic! At the Lesebühne…
Disco-Style

Ebensolche fand ANDRÉ HERRMANN für die Fortsetzung seiner Post-Klassentreffen-Geschichte „Vielleicht Schicksal“, in der sich die Wege aller bisher genannten und zahlreicher weiterer Protagonisten im finalen Showdown kreuzten.

Den bis dato vermissten musikalischen Act übernahm FRANZISKA WILHELM. Sie verpasste dem angestaubten 4 Non Blondes-Klassiker „What’s Up?“ mit einem eigenen Text aktuelle Bezüge zum Lebens- und Leidensgefühl in Plagwitz. Anschließend stellte sie das Projekt „Literarische Bustour“ der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz vor; konnte dafür aber leider noch kein festes Datum benennen.

Terminlich ganz nah dran war hingegen FALKO KÖPP: zur Einstimmung auf unmittelbar Kommendes  beschrieb er seine letztjährigen Buchmesse-Erlebnisse während der An- und Abreise sowie der Verweildauer. Kenner nickten angesichts eigener Erfahrungen bestätigend-mitfühlend.

Ähnliche Regungen erzeugte KURT MONDAUGEN, als er vom Ende (s)einer Beziehung sprach und das Publikum in die nach allen Regeln der Kunst zelebrierte Trennung  einbezog.

Auch KORNELIUS FRIZ‚ zweiter Auftritt stand ganz im Zeichen der Liebe – oder dem, was von ihr bleibt, wenn man statt des Brustkorbes nur noch den sprichwörtlichen Korb gereicht bekommt.

Nicht den Brust- sondern den Brotkorb muss HAUKE VON GRIMM in Zukunft höher hängen. Zumindest solange, bis er sicher sein kann, dass ihm beim Einkauf keine trojanischen Backwaren mehr ausgehändigt werden, die ihn zum gläsernen Konsumenten machen.

Abschließend bot auch JULIUS FISCHER noch einmal filmreife Leistung: mit dem Vortrag seines Trailers zum Musical „Wir sind das Volk“ gewann er zwar keinen Oscar, aber die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums.

Text: Christiane Dietering; www.texttexterei.de

Bild: in Kürze von Doro Rabe.

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Dickes B: Buchmesse-Spezial mit dem Schkeuditzer Kreuz

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Oben von links: Hauke, André, Julius, Franziska, Kurt
Unten von links: Kornelius, Elena, Falko

Ein einmalig explosives Rendezvous zur Buchmesse 2013.

Die Spoken-Word-Poeten und Poetinnen der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und der Lesebühne Stubenreim laden zum fulminanten Buchmessenspecial ins Plan b kulturkaffee.

Literarische Pyrotechnik vom Feinsten. Mit dabei sind Falko KöppElena Anaïs und Kornelius Friz vom Stubenreim, sowie André HerrmannFranziska WilhelmJulius FischerHauke von Grimm und Kurt Mondaugen von der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz.

Kommt zahlreich, es wird mega.

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